Geschichte

Die Geschichte der Hinterhager

Hinterhag 1940, Sepp und Juli Fersterer mit Buam, Opa Fersterer 1923 als Holzknecht (24 Jahre)

Sepp Fersterer verwirklichte sich im Holz. Der Hang dazu scheint vererbt. Schon sein Vater kaufte 1938 Hinterhag, mit dem als Holzknecht verdienten Geld, an. Am 25. April 1939 wurde Sepp Fersterer geboren. Es folgte eine harte Jugend, die er durch die Güte seiner Mutter Juli Fersterer, heil überstand. Doch gerade diese Notzeit war es, die ihn erfinderisch werden ließ.

Mit 17 Jahren gelang ihm sein erstes Patent auf Landmaschinen. Die ganze Woche musste er mit Vater im Holz arbeiten, jedoch die Wochenenden gehörten allein seinen Erfindungen. Der Traum seiner eigenen Werkstatt wurde wahr. Weitere Patente folgten, bis ihn schließlich die Reformwerke unter Vertrag nahmen.

Sein erstes Auto (Fiat) konnte er sich, mit dem als Erfinder verdientem Geld, kaufen. Rund um Hinterhag standen seine selbstgebauten Fahrzeuge, welche ihm in der Landwirtschaft dienten. Er arbeitete sich frei - er wollte weg - er sah größere Möglichkeiten für sein Talent. Doch er blieb. Er half seinen Eltern beim Um- und Aufbau der Pension Hinterhag.

Pension in Saalbach

1968 heiratete er Evi Stöckl, Tochter vom Kirchenwirt in Leogang. Bereits am 15.Dezember 1968 wurde Tochter Eva-Franziska und am 26. Jänner 1970 wurde Tochter Sylvia-Helga geboren.

Gemeinsam bewirtschafteten sie die Pension und Landwirtschaft. Das erste Inserat in der Zeitung Welt am Sonntag lautete: Hausschlachtung - billigst beim Hinterhager - Vollpension Schilling 110. - Evi kochte noch am Holzofen. Die einfachen Rezepte von damals, sind bis heute, die Erfolgsgeheimnisse in der Hinterhag-Alm-Küche.

1972 baute Sepp Fersterer das Hotel Hinterhag in Eigenregie auf. Ohne Kran, mit nur drei Hilfsarbeitern, bewältigte er den Rohbau. Weihnachten 1973 eröffneten sie das Hotel Hinterhag. Der erste Erfolg zeichnete sich ab und die finanziellen Sorgen besserten sich langsam.

1974 verstarb Vater Sepp Fersterer.

Zurück zum Holz kam Sepp Fersterer spätestens 1975. Er kaufte alte Scheunen und niemand wusste damals, was er damit vorhatte. Im Hotel reduzierten sie die Bettenanzahl von 110 auf 50. Die noble Gästeliste war die beste Errungenschaft.

Hinterhag Alm in Altholz

Nach einer Erkrankung seiner Evi, plante er einen ersten Urlaub. Zwei Wochen Ruhe, Meer, Strand und Sehnsucht nach den Kindern, reichten aus, um in der dritten Woche "Liegestuhlhaft" die Hinterhag-Alm zu planen. Das war im April 1976.

Zu Weihnachten desselben Jahres war seine Hinterhag Alm fertig. Es lag nicht nur am alten Holz, dass sein Werk gelang, sondern an der Art, wie er damit umging. Viel Geduld, Können und die Ruhe seines Gemütes legte er hinein.

26. Jänner 1977 wirft Evi erstmals ihre Herzen. Der Herzerltanz ward geboren. Dreißig Jahre später ist der Herzerltanz Kult. Evi mag über ihren "Herzensgruß der Liebe" nicht sprechen. Sie tut es jeden Tag und will es nicht gefilmt haben. Sepp Fersterer's Vermächtnis: " Eva, Herzerltanz musst du immer machen!"

Die Hinterhag-Alm wird zum Erfolg. Der schönste Lohn sind die vielen Gäste, die in der Alm Freude empfinden. Egal ob jung oder alt - arm oder reich - sie vereinigt alle.

Mit dem Bauernhaus beginnt Sepp 1978. Den 30 Meter langen Deutingstall trägt er dafür ab, lässt ihn schneiden und Täfelungen anfertigen. Alles in diesem Haus ist echt, geradlinig und einfach, wie bei einem Kunstwerk, das seine Wirkung "dem Weglassen des Unwichtigen" verdankt.

1979 besucht Evi die Sommerakademie bei Prof. Claus Pack in Salzburg. Dieser fördert Evi entscheidend.

1980 baut Sepp seiner Evi ein Atelier - ein alter Getreidekasten (17.Jh.) vom Stöcklweg- Pillersee-Tirol. Sepp trug ihn ab und baut ihn in Saalbach wieder auf. Jahre malt sie im Verborgenen.

1984 wird Evi von Dir. Peter Greenham als Studentin in die Royal Academy of Arts in London, in seine Meisterklasse aufgenommen. Sepp nützt den Studienaufenthalt und baut den Daxingstall an die Hinterhag-Alm an.

Als Evi nach Hause kam, sah sie erstmals-in den herumliegenden Holzstelen-ihre Klotzmenschen. Diese wurden später zur eigenen Kunstrichtung. Sepp hat ihr die "Klötze" sozusagen in den Weg gelegt. Sepp war ihr größter Förderer, seine liebende Strenge prägte sie.

Am 29. September 1985 wird Sohn Josef "Seppi" geboren. In seinem Kalender, wo er normalerweise das Wetter beschrieb, fanden wir folgende Eintragung: Sonntag 29.09.85. - 13 Uhr 30 bringt Eva (Pemsal) 36, nach fast 16 Jahren einen Buben zur Welt. Die Freude ist groß - wir sind weg...

1987 realisiert Evi die "Idee des Spiegelbaumes" mit Sepps Hilfe auf dem Rathausplatz in Wien.

1988 bekommt sie ihre erste Einzelaustellung in der Galerie Art 54 in New York. Der ORF - Günter Degn widmet ihr ein filmisches Portrait. Mit dem ersten Geld aus der Kunst, erwirbt sie einen alten Turm in Panzano/Toskana als Malatelier.

1988 reist Sepp mit ihr und Seppi in den Süden. Sie kamen mit dem dazu gekauften "Castello di Panzano" nach Hause.

1991 Erstmals wurden das Hotel und die Alm im Sommer zugesperrt und die ganze Familie zog nach Panzano. Evi und Sylvia studierten Kunst im nahe gelegenen Florenz. Sepp wird dort zum Weinbauer und Evi malt. Mit dem eigenen "Sole Rosso" nur für die Hinterhag-Alm, Fässer voll mit Glühwein und vielen Bildern im Anhänger, kehrten sie im Oktober heim.

Sepps Heimkommen mit langen Haaren, löste damals allgemeines Erstaunen aus. Bei Evi nahm der Weg in der Kunst seinen Lauf. Viele Ausstellungen folgten.

1995/96 erregt sie mit ihrer Kunstaktion "Abrechnung mit meinem früheren Denken" Aufsehen. Sie zerstört ihren "von Sepp geschenkten Nerzmantel" und stellt ihn vor der Galerie Saalbach aus. Damit wurde sie zur Saalbachs "geliebt-gehasster" Tochter.

1998 folgte eine große Einzelaustellung im Russischen Museum in St. Petersburg.

Das Art & Ski In Hotel Hinterhag entsteht

2001 Hinterhag-Alm: Nach einer falschen Brandmeldung rückte die ganze Feuerwehr von Saalbach an, um die Hinterhag-Alm zu retten. Niemals wieder wollte Sepp so einen Schrecken erleben. Er hob das Dach an und schuf die Oberalm mit neuem Ausgang. Er wurde rechtzeitig im Dezember 2001 zur ersten Après-Ski Show vom ZDF fertig.

2002 folgte daraufhin die zweite Après-Ski Show. Seine Alm kennt inzwischen jeder.

2003 stand die Sanierung der Badezimmer und Heizung im Hotel Hinterhag in Saalbach an. Die Sommermonate verbrachten Sepp, Evi und Seppi in Panzano. Nach der Weinernte ging es zurück an die Baustelle. Ende Oktober erkrankte Sepp plötzlich an akuter Leukämie.

Am 8. November 2003 verstarb Sepp Fersterer.
Der Schock war groß und eine traurige Zeit begann. Seppi war 18 Jahre alt und musste den Vater ersetzten. Evi zog sich in ihr Atelier zurück und sagte alle Ausstellungen ab. Die vielen Gäste und Freunde halfen den Schmerz zu bewältigen und weiterzumachen.

Am 26. Juni 2005 verstarb die Mutter von Sepp "Juli Fersterer" im 91.Lebensjahr.

2006 lässt Evi eine Holzkapelle am Berg bauen. Noch im gleichen Jahr wurde der alte Stall weggerissen und der Ansitz in Altholz errichtet.

2007 wurde das alte Hinterhag in das neue Art & Ski-in Hotel-Hinterhag verwandelt. Wir verwendeten das gesamte gelagerte Altholz von Sepp.

2014 wurde im Art & Ski-in Hotel-Hinterhag das neue Á la carte Restaurant SEPPI'S eröffnet.

Seit über 40 Jahren darf Familie Fersterer schon Gäste im Hotel Hinterhag begrüßen. Im Sinne von Sepp Fersterer geht es weiter!

~ Josef Fersterer jun.